Urbanität mit Wasser – Miteinander statt Raumkonkurrenz

Seit jeher empfindet der Mensch das Leben am Wasser und die Nähe zum Fluss als attraktiv und erstrebenswert, werden hier doch alle Grundbedürfnisse des Menschen gestillt. Der Integration natürlicher Wasserkreisläufe in die bebaute Umgebung kommt aufgrund der besonderen ästhetischen Qualität von Wasser eine besondere Bedeutung zu. Heute wird daher zunehmend angestrebt, Wasser zurück in den Lebensalltag der Menschen zu bringen. Die Schaffung von grünen Achsen, Lebens- und Freizeiträumen bewirkt gezielt auch eine Steigerung der Lebensqualität in einem bis heute industriell-urban geprägten Großraum wie der Emscherregion. Zahlreiche gute Beispiele belegen, dass ein nachhaltiges, an natürlichen Zusammenhängen orientiertes Regenwassermanagement der Stadtgestaltung auch – oder besonders – in dichten urbanen Räumen zuträglich ist.


 Wohnungsbau und Wasser – zusammen zu schönen Stadtquartieren für die Emscherregion

Nicht nur das offene Abwassersystem ist typisch für die Emscherregion, sondern auch großflächige Mietwohnungssiedlungen unterschiedlichster Architektur. Hier finden sich zahlreiche Siedlungen, die in den 50er bis 70er Jahren des letzten Jahrhunderts vor dem Hintergrund von Wirtschaftswunder, Wohnraumknappheit und Bevölkerungswachstum entstanden sind und in punkto Wohnungszuschnitt, Ausstattung und Freiflächengestaltung auch den damaligen Ansprüchen vollständig entsprachen.


Viele von ihnen, zumeist in klassischen Arbeiterquartieren, weisen heute aus zwei Gründen einen erhöhten Leerstand auf: Zum einen verliert die Region aufgrund der demographischen Entwicklung sowie der Situation auf dem Arbeitsmarkt insgesamt an Einwohnern. Zum anderen sind die Quartiere heute im gesamten Erscheinungsbild nicht mehr zeitgemäß, was in Kombination mit Leerständen schnell zu einem „heruntergekommenen“ Bild führt und den Trend zu weiterer Abwanderung verstärkt. Nur wenn es gelingt, die heutigen Ansprüche an Wohnen und Wohnumfeld zu befriedigen, kann dieser Trend umgekehrt und die Vermietbarkeit langfristig gesichert werden. Damit sind Investitionen in attraktive und dennoch kostengünstige Wohnviertel ein Weg zur Eindämmung der Landflucht und den damit verbundenen ökologischen Problemen (Flächenverbrauch, Verkehr….) und insofern auch für die Stadtväter von Interesse, denen (kaufkräftige!) Einwohner erhalten bleiben. Über ein Zusammenspiel von naturnaher Entwässerung, die Wasser sichtbar macht, und Sanierungen des Gebäudebestandes eröffnet sich ein beachtliches Potenzial zur Verbesserung der Entwässerungs-Infrastruktur und der Quartiersgestaltung gleichermaßen. In den letzten Jahren sind in der Emscherregion hierzu viele gute Beispiele entstanden.

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