Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ – denn Regenwasser kann mehr!

Schon der Masterplan Emscher-Zukunft von 2006 fasst Vorstellungen zur Stadt- und...

Emscher-Dialog 2014: "Zukunftsperspektiven durch integrale Wasserwirtschaft in der Emscherregion"

Eine integrale Wasserwirtschaft leistet einen bedeutenden Beitrag für das Leben in den Städten von...

Ganzheitliche Konzepte im Überflutungsschutz

Die Bemessung und der Nachweis von Entwässerungssystemen werden in der DIN EN 752...

Regenwasser

„Regen bringt Segen?“ Weit gefehlt, sagt der Städter und blickt leidgeplagt auf die steigenden Gebühren für die Entwässerung. Ein immer größer werdender Teil der Flächen in Städten ist versiegelt – für Wohn- und Geschäftsräume, Parkplätze und Verkehrswege. Niederschläge, die auf diese Flächen fallen, können nicht mehr in den Boden gelangen, sondern fließen in der Regel über die Kanalisation ab. Das Regenwasser wird dadurch zusammen mit dem Abwasser in der nächsten Kläranlage gereinigt. Die Ableitung von Regenwasser in der Kanalisation verursacht hohe Kosten, denn Abwasserkanäle müssen auf die Spitzenbelastung bei Starkregen ausgelegt werden. Die Kosten für diese Infrastruktur werden auf alle Nutzer umgelegt – und sie steigen: durch Reparatur- und Ausbauarbeiten, die durch die wachsende Versiegelung, das Alter der Kanäle sowie durch steigende Anforderungen an den Gewässerschutz.

Aber nicht nur finanziell schlägt dies zu Buche, auch unsere Gewässer sind die Leidtragenden: Das abgeleitete Regenwasser fehlt bei der Grundwasserneubildung. Wird Regen in der Kanalisation abtransportiert, dann steht es dem natürlichen Wasserhaushalt nicht mehr zur Verfügung und fehlt in Flüssen und in Bächen. Die Gewässer unserer Region jedoch benötigen eine durchgängige Wasserversorgung – ohne Trockenstände oder extreme Hochwässer – um ihre vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln zu können. Daneben entsteht die Gefahr, dass selbst große Kanäle bei Starkregenereignissen die Wassermassen nicht mehr komplett bewältigen können.

Beim Umbau des Emscher-Systems besteht die Chance, durch den richtigen Umgang mit Regenwasser erhebliche Summen einzusparen und den Wasserhaushalt für Flora und Fauna zu verbessern. Eine Vielzahl von Kanälen wird neu gebaut und kann ohne die Belastung durch das Regenwasser erheblich kleiner und kostengünstiger angelegt werden. Voraussetzung ist aber auch hier, dass Regenwasser, wo immer dies möglich ist, von der Kanalisation abgekoppelt und an Ort und Stelle natürlich bewirtschaftet wird. Dies bedeutet auch für den Einzelnen eine finanzielle Entlastung, denn für solche Flächen werden keine Entwässerungsgebühren erhoben. Auf den folgenden Seiten finden Sie hierzu viele Informationen und Tipps zur Umsetzung.

15%

Abkopplung aus der Kanalisation

Seit 2005 wurde bereits 6,2 % erreicht. Bis 2020 sollen die 15 % geschafft werden.

Zukunftsvereinbarung Regenwasser

Die Zukunftsvereinbarung Regenwasser ist das 2005 verabschiedete gemeinschaftliche Bekenntnis aller Städte des Emschergebiets sowie des Umweltministeriums des Landes NRW und der EMSCHERGENOSSENSCHAFT zu einem anspruchsvollen wasserwirtschaftlichen Ziel: Sauberes Regenwasser soll, wo immer möglich, nicht mehr in die Kanalisation und zu den Kläranlagen geleitet werden, sondern wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugute kommen.

Die beteiligten Partner sind sich darüber einig, dass die Emscherregion einen anderen Umgang mit Regenwasser braucht. Im Landeswassergesetz erhält die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung daher für Neubaugebiete inzwischen Vorrang vor der Mischwasserkanalisation.

Für unsere Region, in der die Besiedlung zum größten Teil bereits besteht, ist dies aber nicht genug – hier muss sich auch in den bestehenden Gebieten etwas ändern. Genau hier setzt die Zukunftsvereinbarung Regenwasser an: In den Jahren bis 2020 – also in etwa der verbleibenden Zeit für den Emscher-Umbau – soll die Einleitung von Regen- und Reinwasser in die Kanalisation um 15 % verringert werden.

Ein so umfangreiches Projekt kann nur Erfolg haben, wenn alle zusammenarbeiten. Die Maßnahmen hierfür sind vielfältig, und für ihre Umsetzung sind öffentliche und private Grundstücksbesitzer gleichermaßen gefragt: Schulhöfe werden mit offenen Wasserelementen und Versickerungsanlagen lebendig gestaltet. Große Gewerbebetriebe nutzen das Regenwasser zu Kühl- und Reinigungszwecken. Wohnungsbaugesellschaften beziehen Regenwasser in ihre Freiflächengestaltung ein. Jeder Grundstückseigentümer kann durch die Abkopplung von Dach- oder Hofflächen seinen Beitrag leisten, um die Zukunftsvereinbarung Regenwasser für die Emscherregion mit Leben zu füllen und von den verringerten Abwassergebühren zu profitieren.

Den gesamten Wortlaut der Zukunftsvereinbarung Regenwasser finden Sie hier: