Mein Grundstück
Regenwasserabkopplung unterstützt nicht nur den natürlichen Wasserhaushalt, sondern entlastet auch Ihr Portemonee. Wer für die Ableitung des Regenwassers nicht mehr die städtische Kanalisation in Anspruch nimmt, wird auch nicht mehr für die Regenwassergebühr zur Kasse gebeten – durchschnittlich immerhin fast 80 Cent je Quadratmeter und Jahr. Selbst für private Hausbesitzer wird es damit interessant, die Entwässerung ihres Grundstücks neu zu überdenken. Für die Entwässerung einer Lagerhalle, eines Gewerbebetriebs oder einer Straßenzeile mit Gebäuden einer Wohnungs-baugesellschaft kommen sogar schnell mehrere Tausend Euro jährlich zusammen.
Wenn Sie sich jetzt mit der Frage beschäftigen, ob Sie auf Ihrem Grundstück Regenwasser von der Kanalisation abkoppeln, dann sollten Sie sich auch mit einer weiteren Thematik auseinandersetzen, die die Hauseigentümer in den nächsten Jahren beschäftigen wird: mit der Dichtheit ihrer Entwässerungsanlagen.
Das Landeswassergesetz von Nordrhein-Westfalen verlangt auch für private Entwässerungsanlagen, dass sie dicht sind. Hauseigentümer müssen dies bis 2015 nachweisen und ggf. schadhafte Anlagen sanieren lassen. Schließlich können undichte, kaputte Abwasserleitungen die Umwelt gefährden. Abwasser kann einerseits aus den Rohren austreten und Boden und Grundwasser verunreinigen, andererseits kann aber auch Grundwasser in die Leitungen gelangen und die Wirksamkeit der Abwasserbehandlung vermindern. Auch die Städte selber müssen ihre Kanalnetze dichten und fordern die Grundstückseigentümer häufig auf, sich an diese Maßnahmen anzuschließen. Das Entwässerungssystem muss schließlich im Zusammenspiel aus privaten und öffentlichen Kanälen funktionieren.
Hierzu stehen die Kommunen ihren Bürgern mit gutem Rat und Sachverstand zur Seite. Von dieser Beratungsmöglichkeit – meist übernimmt sie das Umweltamt oder das Tiefbauamt – sollten Sie Gebrauch machen, denn nicht selten gibt es unseriöse Firmenangebote zur Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen.
Die Prüfung und Sanierung erfordern Sachverstand und nicht zuletzt je nach Schadensumfang auch einiges an Geld. Die Bandbreite der Sanierungslösungen ist abhängig von den festgestellten Schäden und der Zugänglichkeit der Leitungen. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich vor der Beauftragung von Sanierungsarbeiten einige grundlegende Gedanken über die Entwässerung Ihres Grundstücks machen. Sie investieren in eine Anlage, die möglichst mehrere Jahrzehnte ihre Funktion erfüllen soll – holen Sie aus Ihrem Geld auch die beste Lösung für Ihr Grundstück heraus! Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:
- werden alle vorhandenen Leitungen auch in Zukunft noch benötigt? Oft können Sie Teilbereiche stilllegen, wenn Sie Flächen von der Kanalisation abkoppeln und das Regen-wasser auf Ihrem Grundstück versickern. Häufig lässt sich auf diese Weise bei der Sanierung viel Geld sparen – die Versickerungsanlage entsteht dann sozusagen gratis!
- verlaufen Leitungen unter der Bodenplatte? Wenn diese schadhaft sind, ist es oft am günstigsten, diese Leitungsteile außer Betrieb zu nehmen und unterhalb der Kellerdecke neue Leitungen zu verlegen. Das ist die service- und betriebs-freundlichste Lösung – und: diese Leitungen müssen nie wieder auf Dichtheit geprüft werden!
- gibt es eine Sicherung gegen Rückstau aus der städtischen Kanalisation? Diese ist zwar in den städtischen Entwässerungssatzungen in der Regel vorgeschrieben, gerade in älteren Gebäuden aber oft nicht nachgerüstet worden. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt!
- gibt es Lichtschächte, Kellerzugänge etc., durch die bei Starkregen Wasser von Außen in das Gebäude eindringen kann? Eine zusätzliche Rinne oder andere Maßnahmen, die Sie für die Abkopplung von Regenwasser vornehmen, können oft auch hier Abhilfe schaffen.
Lösungen, die Ihnen in allen Punkten weiterhelfen, sind das Beste, was sie für Ihr Geld bekommen können!
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